Patienteninformationen rund um die Zahn- und Mundgesundheit

 

Die Landeszahnärztekammer Hessen hält für Patientinnen und Patienten eine breite Palette an objektiven und sachkundigen Informationen bereit. Neben regelmäßigen Pressemitteilungen zu relevanten Themen und Beiträgen in Zeitungen und Zeitschriften,

 

Rundunk und Fernsehen bietet die LZKH mit ihrer Patientenberatung einen kompetenten und direkten Service bei allen Fragen, die mit der zahnärztlichen Behandlung und der Gesundheit von Mund und Zähnen zusammenhängen.

 

Um die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Hessen nachhaltig zu verbessern, hat die LZKH eine Reihe von Patientenflyern erstellt, die dabei helfen sollen, sich zu wichtigen Themen wie Zahnpflege und Ernährung zu informieren und die vielfältigen Therapiemöglichkeiten moderner Zahnheilkunde kennenzulernen.


Neue zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen konkretisiert

Foto: Bratulic/KZV Hessen

KZBV und GKV-SV einigen sich auf neue Leistungen für Kleinkinder

9. April 2019 - Gesetzlich krankenversicherten Kleinkindern zwischen dem 6. und dem vollendeten 33. Lebensmonat stehen ab 1. Juli 2019 drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen zur Verfügung. Wie Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) mitteilten, wurde sowohl bei der fachlichen Ausgestaltung der Leistungen als auch bei der Vergütung der neuen Gebührenpositionen für Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte eine Einigung erzielt. Diese muss dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt werden. Die drei zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen sollen vor allem das Auftreten frühkindlicher Karies – auch „Nuckelflaschenkaries“ genannt – vermeiden helfen.

Dr. Wolfgang Eßer, KZBV-Vorstandsvorsitzender: „Dieser gemeinsam erreichte Verhandlungserfolg trägt maßgeblich dazu bei, dass die zusätzlichen frühkindlichen Präventionsleistungen bei unseren kleinsten Patientinnen und Patienten in Kürze flächendeckend ankommen. Mit den neuen Untersuchungen legen wir das Fundament für eine dauerhafte Zahn- und Mundgesundheit von gesetzlich versicherten Kindern. Karies, Zahnfleischentzündungen, Zahnverlust und daraus resultierende Folgeerkrankungen lassen sich von Anfang an vermeiden. Alle Eltern sollten deshalb mit ihren Kindern die neuen Untersuchungen möglichst regelmäßig wahrnehmen.“

Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorsitzender des GKV-Spitzenverbandes: „Wir sind sehr zufrieden, dass Eltern mit ihren Kindern zukünftig schon ab Durchbruch des ersten Zahnes zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen können. Die hierfür von den Beitragszahlern der Krankenkassen aufzubringenden Mittel dienen der Gesunderhaltung der Zähne bei den Kleinsten unserer Versicherten. Sie sind gut angelegt, denn nach wie vor stellt die Milchzahnkaries ein Problem dar, wodurch die Mundgesundheit des Kindes beeinträchtigt ist, aber auch seine Entwicklung und Lebensqualität. Wir erhoffen uns daher, dass die neuen Leistungen regen Zuspruch erfahren und dazu beitragen, die Mundgesundheit von kleinen Kindern weiter zu verbessern.“

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Neue Präventionsleistungen für Kleinkinder

Im Januar 2019 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Richtlinie zur zahnärztlichen Früherkennung beschlossen, welche die Einführung zahnärztlicher Früherkennungsuntersuchungen für Kinder vom 6. bis zum 33. Lebensmonat sowie die Anwendung von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung vorsieht. Die KZBV als stimmberechtigte Trägerorganisation im G-BA hatte für diesen Beschluss zuvor die Umsetzung des Versorgungskonzeptes der Zahnärzteschaft zur zahnmedizinischen Frühprävention bei Kleinkindern im G-BA maßgeblich vorangetrieben.

Das anschließende Verfahren im Bewertungsausschuss diente der konkreten Ausgestaltung der Untersuchungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA). Es gewährleistet, dass die Vertragszahnärzteschaft die neuen GKV-Leistungen ab 1. Juli wirtschaftlich erbringen kann. Dazu zählen unter anderem eine eingehende Untersuchung des Kindes, die Beratung der Eltern und eine Anleitung zum täglichen Zähneputzen beim Kleinkind. Zusätzlich haben Kinder zwischen dem 6. und dem 33. Lebensmonat zweimal im Kalenderhalbjahr Anspruch auf eine Zahnschmelzhärtung durch das Auftragen von Fluoridlack in der Praxis. Dem Entstehen frühkindlicher Karies kann so effektiv vorgebeugt und bestehender Initialkaries entgegengewirkt werden.

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Frühkindliche Karies

Frühkindliche Karies (Early childhood caries, kurz ECC) gilt als häufigste chronische Krankheit bei Kindern im Vorschulalter. Immer häufiger weisen Kinder kariöse Zähne auf, wenn sie die zahnärztliche Gruppen- und Individualprophylaxe erreichen. Annähernd die Hälfte solcher Defekte, die bei der Einschulung festgestellt werden, entstehen in den ersten drei Lebensjahren.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), Kai Fortelka, Tel.: 030 280179-27, E-Mail: presse@kzbv.de

GKV-Spitzenverband, Florian Lanz, Tel.: 030 206288-4201, E-Mail: presse@gkv-spitzenverband.de

Mundtrockenheit: Wenn die Spucke wegbleibt

Die Redewendung „Da bleibt mir glatt die Spucke weg“ wird gerne benutzt, wenn etwas Überraschendes oder Verblüffendes uns sprachlos macht. 

Tatsächlich fällt bei vermindertem Speichelfluss das Reden zusehends schwerer. Probleme beim Sprechen sind aber nicht die einzigen Folgen dieser Funktionsstörung der Speicheldrüsen. Wird der Mundraum nicht mehr ausreichend befeuchtet, ist das Zerkleinern und Schlucken von Nahrung nur noch mit großer Anstrengung möglich. Hinzu kommt bei den Betroffenen ein erhöhtes Karies-Risiko, denn der Speichel dient nicht nur dazu, die Mundhöhle feucht und geschmeidig zu halten, sondern verhütet auch Zahn- und Zahnfleischerkrankungen.

Doch wie genau kommt es zur Mundtrockenheit, von der besonders ältere Menschen häufig betroffen sind? Aufregung und Nervosität können, genauso wie Mundatmung, kurzzeitig einen trockenen Mund hervorrufen. Dieser ist jedoch mit einem Schluck Wasser schnell zu beheben. Ursache für länger anhaltende Trockenheit der Mund- und Rachenschleimhaut sind bestimmte Medikamente wie etwa Blutdrucksenker, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen oder Blasenschwäche. Viele ältere Menschen nehmen mehrere Präparate in Kombination ein, was die Nebenwirkung verstärken kann. Weitere Ursachen sind die Schädigung der Speicheldrüsen durch die Bestrahlung bei einer Krebs-Therapie sowie Nervenschäden, Schwächungen des Immunsystems oder Stoffwechselstörungen.

Doch auch manche der sogenannten seltenen Erkrankungen verursachen Mundtrockenheit. Zu diesen zählt etwa das Sjörgen-Syndrom, bei dem hauptsächlich die Speichel- und Tränendrüsen in ihrer Funktion stark eingeschränkt sind. Bei 15 Prozent der seltenen Erkrankungen äußern sich Symptome in Mundraum und Gesicht.

„Der Leidensdruck bei Mundtrockenheit ist für die Betroffenen hoch, denn es sind die ganz alltäglichen Dinge wie Sprechen und Essen, die dadurch erschwert werden. Zahnärztinnen und Zahnärzte können für die Betroffenen Abhilfe schaffen. Hierfür gibt es bestimmte Speichelersatzpräparate wie beispielsweise Sprays. Zudem kann bei Betroffenen durch eine gezielte Mundhygieneberatung in der Zahnarztpraxis das Auftreten von Folgeerkrankungen wie Karies und Parodontitis vermieden werden. Sehr wichtig ist aber, neben der Linderung der Symptome, die Klärung der Ursachen. Hier muss der Zahnarzt immer auch den Blick über den Tellerrand der eigenen Disziplin wagen. Wenn eine organische Ursache oder bestimmte Krankheiten nicht auszuschließen oder bereits bekannt sind, müssen wir unsere Patientinnen und Patienten dahingehend sensibilisieren, einen Allgemeinmediziner oder Spezialisten mit einzubeziehen“, sagt Dr. Michael Frank, Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen.

 

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Zahnärztliche Vorsorge auch für die Kleinsten

Zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder

3 neue Früherkennungsuntersuchungen zwischen dem 6. und dem vollendeten 33. Lebensmonat werden ab Jahresmitte 2019 Kassenleistung – Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung und Mundhygiene-Hinweise für die Eltern gehören dazu

Frankfurt am Main, 18. Januar 2019. Obwohl Karieserkrankungen in Deutschland insgesamt zurückgegangen sind, gilt die frühkindliche Karies als häufigste chronische Krankheit im Vorschulalter. Immer wieder kommt es vor, dass kleinen Kindern unter Vollnarkose von Karies stark befallene Milchzähne entfernt werden müssen. Die Vermeidung frühkindlicher Karies ist daher seit vielen Jahren ein erklärtes Ziel der Zahnärzteschaft.

Dank einer gestern gefallenen Entscheidung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) werden ab 1. Juli 2019 neue Positionen in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen. Dann haben Eltern mit Kindern ab dem 6. Lebensmonat Anspruch auf 3 zusätzliche zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Zuvor war der Zahnarztbesuch gesetzlich versicherter Eltern mit ihren Kindern erst ab dem 30. Lebensmonat vorgesehen. Die neuen Leistungen beinhalten nicht nur die Untersuchung der Kinder, sondern auch das Auftragen von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung 2-mal je Kalenderhalbjahr. Eingeschlossen sind zudem aufklärende und beratende Gespräche mit den Eltern, beispielsweise zu Ursachen von Erkrankungen im Mund und zur richtigen Mundhygiene.

Freude über erfolgreiches Engagement

„Es war ein langer, viele Jahre dauernder Weg bis zu dieser erfreulichen Entscheidung. Endlich sind unsere nicht nachlassenden Bemühungen zur Vermeidung frühkindlicher Karies von Erfolg gekrönt“, sagt Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen. „Die Primär-Prophylaxe ist ein wichtiger Schritt, um vor allem Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko zu erkennen und ihnen bereits helfen zu können, bevor die ersten deutlichen Anzeichen einer beginnenden Karies für jeden sichtbar sind. Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb ausgerechnet Patienten-vertreter die Sinnhaftigkeit der neuen Früherkennungsuntersuchungen in Frage stellen. Die aktuelle Entscheidung des G-BA wird die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Zahnärzten nicht erschweren, sondern unterstützen. Kinderärzte werden ihren kleinen Patienten auch weiterhin in den Mund schauen und die Eltern bei Auffälligkeiten an den Zahnarzt verweisen. Besuche beim Kinderarzt und Besuche beim Zahnarzt schließen sich doch nicht aus – sie ergänzen sich. Wir hoffen, dass die Eltern die neuen Möglichkeiten nutzen und frühzeitig mit ihrem Kind beim Zahnarzt vorbeischauen.“

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