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News - Was gibt es neues rund um die Zahnmedizin

NEWS - der Zahnarztpraxis Carina Sell in Gießen

Patienteninformationen rund um die Zahn- und Mundgesundheit

 

Die Landeszahnärztekammer Hessen hält für Patientinnen und Patienten eine breite Palette an objektiven und sachkundigen Informationen bereit. Neben regelmäßigen Pressemitteilungen zu relevanten Themen und Beiträgen in Zeitungen und Zeitschriften,

 

Rundunk und Fernsehen bietet die LZKH mit ihrer Patientenberatung einen kompetenten und direkten Service bei allen Fragen, die mit der zahnärztlichen Behandlung und der Gesundheit von Mund und Zähnen zusammenhängen.

 

Um die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Hessen nachhaltig zu verbessern, hat die LZKH eine Reihe von Patientenflyern erstellt, die dabei helfen sollen, sich zu wichtigen Themen wie Zahnpflege und Ernährung zu informieren und die vielfältigen Therapiemöglichkeiten moderner Zahnheilkunde kennenzulernen.


Lebensmittelsicherheit und Schutz vor Infektionen – Gemeinsame Wege in der Gesundheitsvorsorge

Hessische Heilberufe befassen sich mit der Gesundheit von Mensch und Tier

Die Schicksale von Mensch und Tier sind auf vielfältige Weise miteinander verknüpft. Für eine umfassende, nachhaltige Gesundheitsvorsorge ist daher die enge Zusam­menarbeit von Human- und Tiermedizinern sowie weiteren Gesundheitsexperten er­forderlich. Die Hintergründe, Ursachen und die sich daraus ergebenden Konsequen­zen waren Thema des diesjährigen Sommerempfangs des Bündnisses heilen & hel­fen, der auf dem Neroberg in Wiesbaden stattfand. Etwa 230 Gäste aus Politik, Wirt­schaft, Wissenschaft und Medien nahmen daran teil.

In seinem Grußwort würdigte Kai Klose (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), hessischer Minister für Soziales und Integration, das Anliegen der Bündnispartner, sich gemein­sam für eine hochwertige, flächendeckende Versorgung der Patienten einzusetzen. Er hob hervor, dass dieses Ziel mit Blick auf regionale Gegebenheiten anzugehen sei: Versorgung und Expertise vor Ort gelte es zu erhalten und zu stärken. Vor die­sem Hintergrund seien „zentralistische Vorgaben aus Berlin“ mit Sorge zu betrach­ten. Der Minister sprach auch die Digitalisierung im Gesundheitswesen an: Sie könne dazu beitragen, regionale Lücken in der Versorgung zu schließen. Die Datensicher­heit müsse allerdings gewährleistet sein.

Dr. Ingo Stammberger, Präsident der Landestierärztekammer Hessen, führte in das Hauptthema ein und legte dar, dass Antibiotikaresistenzen oder Bedrohungen durch neuartige Erreger den Zusammenhang zwischen der Gesundheit von Mensch und Tier auf brisante Weise verdeutlichten. Die Ursachen für Antibiotikaresistenzen seien allerdings multikausal und nicht nur in der Anwendung bei Nutztieren zu suchen. Tiergesundheit und eine tiergerechte Haltung stellten jedoch die Voraussetzungen für gesunde Lebensmittel dar und seien damit elementar für den Verbraucherschutz.

Der Veterinärmediziner und Mikrobiologe Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin, ging in seinem Hauptvortrag „One­Health-Strategien: Gemeinsame Wege in der Gesundheitsvorsorge?“ auf die aktuel­len Bestrebungen hin zu einer engeren Zusammenarbeit von Human- und Tiermedi­zinern im Bereich der öffentlichen Gesundheitsvorsorge und Hygiene ein.

Der Begriff „One Health – eine Gesundheit“ beschreibe diese Bestrebungen. Hintergrund seien Wechselwirkungen und zunehmende Vernetzung zwischen diesen Feldern. So könn­ten 60 Prozent aller Krankheitserreger sowohl Menschen als auch Tiere infizieren und viele Erreger könnten vom Tier auf den Menschen oder umgekehrt übertragen werden. Bestandteil des Entwicklungszyklusses praktisch aller epidemischen Infekti­onskrankheiten des Menschen sei ein tierisches Reservoir – oft Mücken (z. B. bei Malaria) oder Wasserschnecken. Dadurch werde die dauerhafte Elimination dieser Krankheiten erschwert bis unmöglich gemacht. Häufig sei der Mensch auch nur Fehlwirt, wie etwa beim Fuchsbandwurm oder bei Toxoplasmen, einzelligen Parasi­ten, die vor allem Katzen befallen. Zum Einsatz von Antibiotika stellte Prof. Hensel dar, dass Tierärzte diese Substanzen, die zu den „mächtigsten Schwertern im Ein­satz gegen Krankheiten“ zählten, bereits seit dem Jahr 2000 anhand einer Leitlinie einsetzen. In einem Nutztierbestand Antibiotika „auf Verdacht“ anzuwenden, ohne zuvor ein Antibiogramm zu erstellen, sei mit Blick auf die Leitlinie ein Kunstfehler. Diese und andere Maßnahmen hätten zu einem starken Rückgang des Einsatzes von Antibiotika bei Tieren geführt.

Prof. Hensel ging auch auf die Tätigkeit des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ein, das gesundheitliche Risiken aufspürt, bewertet und Empfehlungen zur Ri­sikobegrenzung erarbeitet. Dabei geht es um Lebensmittelsicherheit, aber auch um die Sicherheit von Futtermitteln und Chemikalien. Anschaulich und anhand vieler Beispiele stellte der Experte den Unterschied zwischen Gefahr und Risiko dar. So seien z. B. die Dauer der Exposition und die Dosis einer Substanz entscheidend für die Risikohöhe. Eine weitere Aufgabe des BfR sei es, Verbrauchertäuschung durch Lebensmittelbetrug nachzuweisen, etwa die falsche Deklarierung von Fleisch oder Olivenöl. Lebensmitteltäuschung sei „so alt wie das Lebensmittel selbst“: Bereits in früheren Jahrhunderten habe man z. B. Wein gepanscht und Butter mit Rübensaft gefärbt.

Das Schlusswort sprach Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Sie ging auf die Gesundheitspolitik auf Landesebene ein und sagte zu, sich mit den anderen Heilberufen für eine bestmögliche Versorgung vor Ort einzusetzen. Dazu erwarte sie allerdings von der Politik einen entsprechenden Rahmen. Die Heil­berufe stünden der Digitalisierung offen gegenüber, allerdings hätten der diskriminie­rungsfreie Zugang für die Patientinnen und Patienten sowie absolute Datensicherheit alleroberste Priorität. Deutschland habe eines der besten Gesundheitssysteme welt­weit, dieses gelte es weiterzuentwickeln.


Diagnose, Folgeschäden und Therapie des Bruxismus

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde    gegr. 1859 

 

Diagnose, Folgeschäden und Therapie des Bruxismus

 

- Zusammenfassung Vorträge - 

 

Prof. Dr. Ingrid Peroz, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für

Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT), Charité Berlin

 

Dr. Matthias Lange (DGFDT/EACD), Berlin  

 

Vorbemerkung

 

Das Zähneknirschen (Fachbegriff: Bruxismus) und die dabei wiederholte Aktivität der

Kaumuskulatur kann zunächst ein kaum auffälliger Faktor sein, unter Umständen

jedoch ernste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Eine Krankheit ist das

Zähneknirschen selbst aber nicht. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales

Expertengremium beim Thema Bruxismus. Es hat die Definition des Bruxismus

überarbeitet und dabei verschiedene Stufen festgelegt (möglicher, wahrscheinlicher,

definitiver Bruxismus). Diese aktuelle Definition wurde in die neue, jetzt

veröffentlichte S3-Leitlinie Bruxismus von DGZMK und DGFDT aufgenommen

(www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/083-027.html) ebenso die Graduierung im

Zusammenhang mit der Diagnostik. Eine daraus abgeleitete Patienteninformation

zum Zähneknirschen finden Interessierte kostenfrei unter dem Link

www.zahnmedizinische-patienteninformationen.de/patienteninformationen. Sie klärt

über Diagnose und mögliche Folgen des Bruxismus auf und stellt verschiedene,

wissenschaftlich fundierte Therapieansätze (auch zur Selbsthilfe) vor. 

 

Definition des Bruxismus

Zähneknirschen ist wie das Zähnepressen oder das Anspannen der Kiefer ohne

Zahnkontakt eine wiederholte Aktivität der Kaumuskulatur, die man unter dem

Begriff Bruxismus zusammenfasst. Diese Aktivitäten können rhythmisch verlaufen

(phasischer Bruxismus) oder aber über einen gewissen Zeitraum andauern

(tonischer Bruxismus). Zudem unterscheidet man, ob Bruxismus im Wachzustand 

auftritt (Wachbruxismus) oder während des Schlafs (Schlafbruxismus). 

 

Prävalenz des Bruxismus

Bruxismus kommt mit etwa 20% häufig in der Bevölkerung vor. Die Zahlen variieren

stark. Bruxismus kann bereits mit dem Durchbruch der ersten Zähne beginnen, tritt

am häufigsten im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt auf und nimmt mit

zunehmendem Alter eher ab. Wachbruxismus triit bei Erwachsenen häufiger auf als

Schlafbruxismus. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.

 

Ursachen des Bruxismus

Die Ursachen für Bruxismus sind nicht eindeutig identifiziert. Während man früher

noch annahm, dass fehlerhafte Zahnkontakte die Ursache für Bruxismus seien,

stehen heute zentrale Faktoren im Vordergrund, wie emotionaler Stress,

Angststörungen, Schlafstörungen (z. B. Insomnie), Reflux, Nikotin-, Alkohol-, Koffein-

und Drogenkonsum, Nebenwirkungen von Medikamenten oder genetische Faktoren.

Wachbruxismus scheint eher psychologisch bedingt (emotionaler Stress und andere

emotionale Faktoren), während Schlafbruxismus eher als zentralnervöse Störung

angesehen wird. 

 

Zahlreiche Studienergebnisse zeigen Zusammenhänge zwischen emotionalem

Stress und Bruxismus bei Kindern, Heranwachsenden oder Erwachsenen auf.

Stresssituationen können u. a. sein: problematische Familienkonstellationen,

geschiedene Eltern, berufstätige Mutter, Licht und Geräusche im Schlafzimmer.

Schichtarbeit, selbst wahrgenommener Stress, Angst oder negativer

Stressverarbeitung. Es wird diskutiert, dass Bruxismus eine stressabbauende

Funktion hat. Dies wäre eine Erklärung für eine physiologische Funktion des

Bruxismus in Zusammenhang mit Stress.

 

Bei Kindern und Erwachsenen können psychische Störungen mit Bruxismus

verbunden sein. Dazu zählen Angststörungen, psychosoziale Störungen oder die

Depressivität. 

 

Schlafstörungen können bei Kindern und Erwachsenen in Zusammenhang mit

Bruxismus stehen. Dazu zählen z. B. Albträume, Schlaflosigkeit, Schnarchen,

behinderte Nasenatmung oder die Schlafapnoe. Der unterbrochene Schlaf bei

Schichtarbeitern gilt sowohl als Stressfaktor aber auch als eine Störung des Schlafs,

der mit Bruxismus assoziiert sein kann. 

 

Psychoaktive Substanzen wie Nikotin, Alkohol und Koffein sind zentral erregend

wirksam. Insbesondere Nikotin zeigt eine dosisabhängige Beziehung zu Bruxismus.

Dies trifft sogar auf Passivrauchen zu.  

 

Psychopharmaka wie Antidepressiva, Medikamente zur Behandlung des

Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms (ADHS), Narkotika und Antihistaminika

(Antiallergika) können Bruxismus als Nebenwirkung haben. Hier scheinen Patienten

aber ganz unterschiedlich zu reagieren.  

 

Drogen wie Ecstasy (MDMA), Methadon als Ersatzdroge und das Kauen von Kath

können Bruxismus auslösen.

 

Zwillingsstudien zeigen, dass auch genetische Faktoren zu Bruxismus führen. Man

hat spezifische Genvariationen mit einem höheren Risiko für Bruxismus identifiziert. 

 

 

Ursachen des Bruxismus

Die Ursachen für Bruxismus sind nicht eindeutig identifiziert. Während man früher

noch annahm, dass fehlerhafte Zahnkontakte die Ursache für Bruxismus seien,

stehen heute zentrale Faktoren im Vordergrund, wie emotionaler Stress,

Angststörungen, Schlafstörungen (z. B. Insomnie), Reflux, Nikotin-, Alkohol-, Koffein-

und Drogenkonsum, Nebenwirkungen von Medikamenten oder genetische Faktoren.

Wachbruxismus scheint eher psychologisch bedingt (emotionaler Stress und andere

emotionale Faktoren), während Schlafbruxismus eher als zentralnervöse Störung

angesehen wird. 

 

Zahlreiche Studienergebnisse zeigen Zusammenhänge zwischen emotionalem

Stress und Bruxismus bei Kindern, Heranwachsenden oder Erwachsenen auf.

Stresssituationen können u. a. sein: problematische Familienkonstellationen,

geschiedene Eltern, berufstätige Mutter, Licht und Geräusche im Schlafzimmer.

Schichtarbeit, selbst wahrgenommener Stress, Angst oder negativer

Stressverarbeitung. Es wird diskutiert, dass Bruxismus eine stressabbauende

Funktion hat. Dies wäre eine Erklärung für eine physiologische Funktion des

Bruxismus in Zusammenhang mit Stress.

 

Bei Kindern und Erwachsenen können psychische Störungen mit Bruxismus

verbunden sein. Dazu zählen Angststörungen, psychosoziale Störungen oder die

Depressivität. 

 

Schlafstörungen können bei Kindern und Erwachsenen in Zusammenhang mit

Bruxismus stehen. Dazu zählen z. B. Albträume, Schlaflosigkeit, Schnarchen,

behinderte Nasenatmung oder die Schlafapnoe. Der unterbrochene Schlaf bei

Schichtarbeitern gilt sowohl als Stressfaktor aber auch als eine Störung des Schlafs,

der mit Bruxismus assoziiert sein kann. 

 

Psychoaktive Substanzen wie Nikotin, Alkohol und Koffein sind zentral erregend

wirksam. Insbesondere Nikotin zeigt eine dosisabhängige Beziehung zu Bruxismus.

Dies trifft sogar auf Passivrauchen zu.  

 

Psychopharmaka wie Antidepressiva, Medikamente zur Behandlung des

Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms (ADHS), Narkotika und Antihistaminika

(Antiallergika) können Bruxismus als Nebenwirkung haben. Hier scheinen Patienten

aber ganz unterschiedlich zu reagieren.  

 

Drogen wie Ecstasy (MDMA), Methadon als Ersatzdroge und das Kauen von Kath

können Bruxismus auslösen.

 

Zwillingsstudien zeigen, dass auch genetische Faktoren zu Bruxismus führen. Man

hat spezifische Genvariationen mit einem höheren Risiko für Bruxismus identifiziert. 

 

 

Diagnostik des Bruxismus

 

Mit Hilfe eines kurzen Befundes (Screening) können Anzeichen für Bruxismus

aufgedeckt werden. Erste Hinweise liefern Berichte von Patienten, die von ihrer

Familie oder ihrem Partner auf Knirschgeräusche im Schlaf aufmerksam gemacht

werden oder nachts mit zusammen gebissenen Zähnen erwachen. Typische

Anzeichen, wie Schäden und Abnutzungserscheinungen an den Zähnen, Schmerzen

in der Kaumuskulatur und Berichte über kurzzeitige Schwierigkeiten bei der

Mundöffnung oder im Tagesverlauf auftretender Überempfindlichkeit der Zähne

ergänzen das Bild.

 

Eine ausführliche, systematische Erfassung von charakteristischen Symptomen und

Anzeichen erfolgt im Rahmen der klinischen Untersuchung. Die Anamnese ermittelt

dabei die spezifischen Beschwerden wie z.B. Kaumuskel- und Kopfschmerzen und

trifft eine quantitative und tageszeitliche Einordnung. Anzeichen für bestimmte

Begleiterkrankungen, wie schlafbezogene Atemstörungen, kraniomandibuläre

Dysfunktionen (CMD), Refluxkrankheit und psychische Erkrankungen, werden

weiterhin erfasst. Hinzu kommen Risikofaktoren, wie bestimmte psychoaktive

Genussmittel, Medikamente und Drogen sowie die genetische Disposition. 

 

Die klinische Untersuchung beginnt mit der Beurteilung der Kaumuskulatur. Es

folgt eine Bestandsaufnahme der durch das Knirschen und Pressen verursachten

Schäden an der Zahnhartsubstanz und die Bewertung des

Zahnabnutzungsgrades. Schließlich werden okklusale Parameter im

Zusammenhang mit Bruxismus bestimmt. Diese Untersuchungsabschnitte sind

geeignet, um den Patienten Folgen ihrer Bruxismusaktivität, wie die vergrößerte

Kaumuskulatur, aufeinanderpassende Schliffflächen der Zahnschneidekanten oder

Schäden am Zahnschmelz zu demonstrieren.

 

Bestätigt sich während der Untersuchung der Bruxismusverdacht, kann zur besseren

Therapieplanung eine Unterscheidung zwischen Wach- und Schlafbruxismus

getroffen werden. Auch die Bestimmung der bestimmenden Bruxismusform

(Knirschen oder Pressen) und der Ursachen (primärer oder sekundärer

Bruxismus) ist für die Behandlungsplanung von Nutzen. 

 

Zur vertiefenden Bewertung der Bruxismusaktivität können im Rahmen der

erweiterten Diagnostik weitere Instrumente angewandt werden. Dazu gehören 

beispielsweise okklusale Markerfolien zur Aufzeichnung der Zahnkontakte, tragbare

Geräte zur EMG-Aufzeichnung und die Polysomnografie im Schlaflabor zur

definitiven Diagnostik von Schlafbruxismus. Bei Verdacht von CMD sollte eine

weitere Diagnostik mit Hilfe des Funktionsstatus erfolgen. Zur detaillierten Erfassung

und Beobachtung der Zahnabnutzung wird das „Tooth Wear Evaluation System

(TWES)“ (Wetselaar & Lobbezoo) empfohlen.

 

Besteht der Verdacht auf Begleiterkrankungen wie schlafbezogene Atemstörungen,

psychische Beeinträchtigungen oder Refluxkrankheit, so ist eine Überweisung an

einen Facharzt zu erwägen. 

 

Behandlung des Bruxismus

 

Da gegenwärtig keine Therapie zur Heilung oder zur Beseitigung von Bruxismus

bekannt ist, zielt die Behandlung vor allem auf den Schutz der Zähne und der

Restaurationen, die Reduktion der Bruxismusaktivität und die Linderung von

Schmerzen. Als Interventionsmaßnahmen werden Aufklärung/Beratung, Schienen,

Verhaltenstherapie und medikamentöse Behandlungen empfohlen.

 

Da viele Patienten das Knirschen und Pressen nicht bemerken und häufig keine

subjektiven Beschwerden auftreten, ist die Aufklärung und Beratung der Patienten

über die Natur und Wesen des Bruxismus eine der Säulen der

Bruxismusbehandlung. Werden sich die Patienten ihrer Bruxismus-Aktivitäten

bewusst, können die damit verbundenen Symptome, wie Verspannungen der

Kaumuskulatur oder überempfindliche Zähne, besser zugeordnet werden. Außerdem

kann damit die Einsicht in die Notwendigkeit bestimmter Verhaltensveränderungen,

wie etwa die Einschränkung des Genussmittelkonsums, die Kontrolle der

Stressbelastungen, die Beachtung der Schlafhygiene oder das Tragen einer

Schutzschiene, erleichtert werden.

 

Okklusionsschienen sind nichtinvasive, reversible Behandlungsmittel, die in der

Regel herausnehmbar sind und die Okklusionsflächen der Zähne eines Kiefers ganz

oder teilweise bedecken. Sie werden vorrangig zum Schutz der Zähne eingegliedert,

da sie durch die Unterbrechung der Zahn-zu-Zahn-Kontakte zuverlässig vor

übermäßigem Verschleiß schützen. Außerdem können Schienen durch die

Verminderung rhythmischer Kaumuskelaktivitäten im Schlaf und die Änderung

muskulärer Einheiten innerhalb der Kaumuskulatur neben Entspannung auch die

Linderung von Schmerzen bewirken. 

 

Selbstbeobachtung ist ein einfaches Verhaltenstraining zur Behandlung von

Wachbruxismus. Dabei lernt man, Bruxismusaktivitäten zu erkennen, bewusst

wahrzunehmen und aktiv zu vermeiden. Zur Kontrolle von Schlafbruxismus gewinnen

Methoden des Biofeedback („aktivitätsbedingte Stimulation“) zunehmend an

Bedeutung. 

 

Zur medikamentösen Behandlung von Kaumuskelschmerzen,

Kaumuskelhypertrophie und Bruxismus werden in zunehmendem Maße auch

therapeutische Injektionen von Botulinumtoxin Typ A vorgenommen. Durch eine lokal 

erzeugte Parese im Bereich der Mm. masseteres und temporales können die

Intensität der Muskelkontraktionen und die damit verbundenen Beschwerden über

einen Zeitraum von ein bis drei Monaten vermindert werden.

 

Prävention und Behandlung des „Abrasionsgebisses“. Bruxismus gilt als eine

Ursache für die übermäßige Abnutzung der Zähne. Ob und wann eine zahnärztliche

Intervention eingeleitet werden muss, hängt neben dem Grad der Abnutzung und der

Anzahl der betroffenen Zähne auch vom Alter der Patienten, der

Abnutzungsgeschwindigkeit und der Art der auslösenden Faktoren ab. Um die

Abnutzung zu verlangsamen und die Notwendigkeit der prothetischen Therapie

hinauszuzögern, wird empfohlen, kleinere Defekte bereits früh mit Hilfe additiver,

adhäsiver Maßnahmen unter Verwendung moderner Kunststoffe (Composite) zu

behandeln. Dazu gehören der Aufbau der Eckzahnführung, Reparaturen von 

Abfrakturen im Schmelzbereich oder die Technik der gesteuerten Extrusion/Intrusion

(Dahl-Prinzip). Wird bei zunehmendem Zahnhartsubstanzverlust die Erhöhung der

vertikalen Dimension („Bisshebung“) notwendig, werden Maßnahmen getroffen, um

den Patienten die Gewöhnung an die neuen funktionell-ästhetischen Gegebenheiten

zu erleichtern. Substanzschonenden Werkstoffen sollten unter Beachtung der

biomechanisch-prothetischen Anforderungen der Vorzug gegeben werden. 

 

https://www.dgzmk.de/presse/pressemitteilungen/dgzmk-pressekonferenz-am-6-juni-2019-in-berlin.html

 

Neue zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen konkretisiert

Kind LZKH

Foto: Bratulic/KZV Hessen

KZBV und GKV-SV einigen sich auf neue Leistungen für Kleinkinder

9. April 2019 - Gesetzlich krankenversicherten Kleinkindern zwischen dem 6. und dem vollendeten 33. Lebensmonat stehen ab 1. Juli 2019 drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen zur Verfügung. Wie Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) mitteilten, wurde sowohl bei der fachlichen Ausgestaltung der Leistungen als auch bei der Vergütung der neuen Gebührenpositionen für Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte eine Einigung erzielt. Diese muss dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt werden. Die drei zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen sollen vor allem das Auftreten frühkindlicher Karies – auch „Nuckelflaschenkaries“ genannt – vermeiden helfen.

Dr. Wolfgang Eßer, KZBV-Vorstandsvorsitzender: „Dieser gemeinsam erreichte Verhandlungserfolg trägt maßgeblich dazu bei, dass die zusätzlichen frühkindlichen Präventionsleistungen bei unseren kleinsten Patientinnen und Patienten in Kürze flächendeckend ankommen. Mit den neuen Untersuchungen legen wir das Fundament für eine dauerhafte Zahn- und Mundgesundheit von gesetzlich versicherten Kindern. Karies, Zahnfleischentzündungen, Zahnverlust und daraus resultierende Folgeerkrankungen lassen sich von Anfang an vermeiden. Alle Eltern sollten deshalb mit ihren Kindern die neuen Untersuchungen möglichst regelmäßig wahrnehmen.“

Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorsitzender des GKV-Spitzenverbandes: „Wir sind sehr zufrieden, dass Eltern mit ihren Kindern zukünftig schon ab Durchbruch des ersten Zahnes zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen können. Die hierfür von den Beitragszahlern der Krankenkassen aufzubringenden Mittel dienen der Gesunderhaltung der Zähne bei den Kleinsten unserer Versicherten. Sie sind gut angelegt, denn nach wie vor stellt die Milchzahnkaries ein Problem dar, wodurch die Mundgesundheit des Kindes beeinträchtigt ist, aber auch seine Entwicklung und Lebensqualität. Wir erhoffen uns daher, dass die neuen Leistungen regen Zuspruch erfahren und dazu beitragen, die Mundgesundheit von kleinen Kindern weiter zu verbessern.“

Infokasten1

Neue Präventionsleistungen für Kleinkinder

Im Januar 2019 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Richtlinie zur zahnärztlichen Früherkennung beschlossen, welche die Einführung zahnärztlicher Früherkennungsuntersuchungen für Kinder vom 6. bis zum 33. Lebensmonat sowie die Anwendung von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung vorsieht. Die KZBV als stimmberechtigte Trägerorganisation im G-BA hatte für diesen Beschluss zuvor die Umsetzung des Versorgungskonzeptes der Zahnärzteschaft zur zahnmedizinischen Frühprävention bei Kleinkindern im G-BA maßgeblich vorangetrieben.

Das anschließende Verfahren im Bewertungsausschuss diente der konkreten Ausgestaltung der Untersuchungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA). Es gewährleistet, dass die Vertragszahnärzteschaft die neuen GKV-Leistungen ab 1. Juli wirtschaftlich erbringen kann. Dazu zählen unter anderem eine eingehende Untersuchung des Kindes, die Beratung der Eltern und eine Anleitung zum täglichen Zähneputzen beim Kleinkind. Zusätzlich haben Kinder zwischen dem 6. und dem 33. Lebensmonat zweimal im Kalenderhalbjahr Anspruch auf eine Zahnschmelzhärtung durch das Auftragen von Fluoridlack in der Praxis. Dem Entstehen frühkindlicher Karies kann so effektiv vorgebeugt und bestehender Initialkaries entgegengewirkt werden.

Infokasten2

Frühkindliche Karies

Frühkindliche Karies (Early childhood caries, kurz ECC) gilt als häufigste chronische Krankheit bei Kindern im Vorschulalter. Immer häufiger weisen Kinder kariöse Zähne auf, wenn sie die zahnärztliche Gruppen- und Individualprophylaxe erreichen. Annähernd die Hälfte solcher Defekte, die bei der Einschulung festgestellt werden, entstehen in den ersten drei Lebensjahren.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), Kai Fortelka, Tel.: 030 280179-27, E-Mail: presse@kzbv.de

GKV-Spitzenverband, Florian Lanz, Tel.: 030 206288-4201, E-Mail: presse@gkv-spitzenverband.de

Mundtrockenheit: Wenn die Spucke wegbleibt

Wenn die Spucke wegbleibt

Die Redewendung „Da bleibt mir glatt die Spucke weg“ wird gerne benutzt, wenn etwas Überraschendes oder Verblüffendes uns sprachlos macht. 

Tatsächlich fällt bei vermindertem Speichelfluss das Reden zusehends schwerer. Probleme beim Sprechen sind aber nicht die einzigen Folgen dieser Funktionsstörung der Speicheldrüsen. Wird der Mundraum nicht mehr ausreichend befeuchtet, ist das Zerkleinern und Schlucken von Nahrung nur noch mit großer Anstrengung möglich. Hinzu kommt bei den Betroffenen ein erhöhtes Karies-Risiko, denn der Speichel dient nicht nur dazu, die Mundhöhle feucht und geschmeidig zu halten, sondern verhütet auch Zahn- und Zahnfleischerkrankungen.

Doch wie genau kommt es zur Mundtrockenheit, von der besonders ältere Menschen häufig betroffen sind? Aufregung und Nervosität können, genauso wie Mundatmung, kurzzeitig einen trockenen Mund hervorrufen. Dieser ist jedoch mit einem Schluck Wasser schnell zu beheben. Ursache für länger anhaltende Trockenheit der Mund- und Rachenschleimhaut sind bestimmte Medikamente wie etwa Blutdrucksenker, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen oder Blasenschwäche. Viele ältere Menschen nehmen mehrere Präparate in Kombination ein, was die Nebenwirkung verstärken kann. Weitere Ursachen sind die Schädigung der Speicheldrüsen durch die Bestrahlung bei einer Krebs-Therapie sowie Nervenschäden, Schwächungen des Immunsystems oder Stoffwechselstörungen.

Doch auch manche der sogenannten seltenen Erkrankungen verursachen Mundtrockenheit. Zu diesen zählt etwa das Sjörgen-Syndrom, bei dem hauptsächlich die Speichel- und Tränendrüsen in ihrer Funktion stark eingeschränkt sind. Bei 15 Prozent der seltenen Erkrankungen äußern sich Symptome in Mundraum und Gesicht.

„Der Leidensdruck bei Mundtrockenheit ist für die Betroffenen hoch, denn es sind die ganz alltäglichen Dinge wie Sprechen und Essen, die dadurch erschwert werden. Zahnärztinnen und Zahnärzte können für die Betroffenen Abhilfe schaffen. Hierfür gibt es bestimmte Speichelersatzpräparate wie beispielsweise Sprays. Zudem kann bei Betroffenen durch eine gezielte Mundhygieneberatung in der Zahnarztpraxis das Auftreten von Folgeerkrankungen wie Karies und Parodontitis vermieden werden. Sehr wichtig ist aber, neben der Linderung der Symptome, die Klärung der Ursachen. Hier muss der Zahnarzt immer auch den Blick über den Tellerrand der eigenen Disziplin wagen. Wenn eine organische Ursache oder bestimmte Krankheiten nicht auszuschließen oder bereits bekannt sind, müssen wir unsere Patientinnen und Patienten dahingehend sensibilisieren, einen Allgemeinmediziner oder Spezialisten mit einzubeziehen“, sagt Dr. Michael Frank, Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen.

 

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Zahnärztliche Vorsorge auch für die Kleinsten

Zahnärztliche Vorsorge auch für die Kleinsten

Zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder

3 neue Früherkennungsuntersuchungen zwischen dem 6. und dem vollendeten 33. Lebensmonat werden ab Jahresmitte 2019 Kassenleistung – Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung und Mundhygiene-Hinweise für die Eltern gehören dazu

Frankfurt am Main, 18. Januar 2019. Obwohl Karieserkrankungen in Deutschland insgesamt zurückgegangen sind, gilt die frühkindliche Karies als häufigste chronische Krankheit im Vorschulalter. Immer wieder kommt es vor, dass kleinen Kindern unter Vollnarkose von Karies stark befallene Milchzähne entfernt werden müssen. Die Vermeidung frühkindlicher Karies ist daher seit vielen Jahren ein erklärtes Ziel der Zahnärzteschaft.

Dank einer gestern gefallenen Entscheidung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) werden ab 1. Juli 2019 neue Positionen in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen. Dann haben Eltern mit Kindern ab dem 6. Lebensmonat Anspruch auf 3 zusätzliche zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Zuvor war der Zahnarztbesuch gesetzlich versicherter Eltern mit ihren Kindern erst ab dem 30. Lebensmonat vorgesehen. Die neuen Leistungen beinhalten nicht nur die Untersuchung der Kinder, sondern auch das Auftragen von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung 2-mal je Kalenderhalbjahr. Eingeschlossen sind zudem aufklärende und beratende Gespräche mit den Eltern, beispielsweise zu Ursachen von Erkrankungen im Mund und zur richtigen Mundhygiene.

Freude über erfolgreiches Engagement

„Es war ein langer, viele Jahre dauernder Weg bis zu dieser erfreulichen Entscheidung. Endlich sind unsere nicht nachlassenden Bemühungen zur Vermeidung frühkindlicher Karies von Erfolg gekrönt“, sagt Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen. „Die Primär-Prophylaxe ist ein wichtiger Schritt, um vor allem Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko zu erkennen und ihnen bereits helfen zu können, bevor die ersten deutlichen Anzeichen einer beginnenden Karies für jeden sichtbar sind. Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb ausgerechnet Patienten-vertreter die Sinnhaftigkeit der neuen Früherkennungsuntersuchungen in Frage stellen. Die aktuelle Entscheidung des G-BA wird die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Zahnärzten nicht erschweren, sondern unterstützen. Kinderärzte werden ihren kleinen Patienten auch weiterhin in den Mund schauen und die Eltern bei Auffälligkeiten an den Zahnarzt verweisen. Besuche beim Kinderarzt und Besuche beim Zahnarzt schließen sich doch nicht aus – sie ergänzen sich. Wir hoffen, dass die Eltern die neuen Möglichkeiten nutzen und frühzeitig mit ihrem Kind beim Zahnarzt vorbeischauen.“

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